Hol' mehr aus deiner Employer Brand: Wann Schärfen sich wirklich lohnt
- Barbara Moser

- 18. Mai
- 5 Min. Lesezeit
Ich freue mich immer, wenn mir Menschen erzählen, dass sie eine Employer Brand haben. Es steckt Zeit und Energie dahinter und es braucht Mut, sich hinzustellen und zu sagen: "Das sind wir als Arbeitgeber." Das ist nicht selbstverständlich und ich feiere das.
Gleichzeitig denke ich oft: "Hol' doch mehr raus!"
Mir fällt auf, dass vielen nicht bewusst ist, was eine Employer Brand leisten kann: Sie lenkt die Belegschaft in Richtung der Unternehmensziele, hebt das Unternehmen klar vom Mitbewerb ab – ohne falsche Versprechen – und zeigt auf, was Mitarbeiter:innen hält und warum sie gehen. Das ist Strategie.
Die gute Nachricht: Du musst nicht von null anfangen. Du kannst deine bestehende Employer Brand schärfen. Und genau darum geht es hier.

Wann ist das Schärfen deiner bestehenden Employer Brand sinnvoll?
Wenn du dich bei einem oder mehreren Gedanken wiederfindest, ist es Zeit, nachzuschärfen:
Deine Employer Brand ist nicht mehr ganz so fresh.
Das ist ein guter Zeitpunkt. Dein Unternehmen hast sich weiterentwickelt und die Botschaft passt nur noch bedingt. Eine Employer Brand, die nicht mitgewachsen ist, beschreibt eine Organisation von gestern und rekrutiert auch für gestern. Zeit für ein Refresh.
In deiner Firma hat sich Gravierendes verändert.
Fusion, Wachstumsschub, neue Leadership-Ebene, neues Geschäftsfeld – solche Momente verändern, wer du als Arbeitgeber bist. Wenn deine Brand das noch nicht widerspiegelt, entsteht eine Lücke zwischen dem, was kommuniziert wird, und dem, was erlebt wird. Diese Lücke spüren alle. Zeit sie zu schließen.
Deine Employer Brand dreht sich nur ums Geschäft.
„Marktführer in der Region", „innovative Produkte", „internationale Projekte" – das sind starke Argumente für Kund:innen. Als Arbeitgeberversprechen greifen sie zu kurz. Zudem können Interessent:innen dies leicht recherchieren. Was Menschen wirklich bewegt, ist, wie es sich anfühlt, bei euch zu arbeiten. Wie arbeitet ihr zusammen? Was macht das tägliche Miteinander aus? Genau das ist der Kern einer starken Employer Brand.
Die Themen klingen gut, bringen dir aber wenig.
„Sinnstiftende Arbeit", „Purpose", „wir machen einen Unterschied" – all das sind wertvolle Überzeugungen. Aber sie sind inzwischen so gängig, dass sie kaum noch differenzieren. Zudem ist jede Geschäftstätigkeit sinnvoll und das Sinnerleben von potenziellen Mitarbeitenden hoch subjektiv. Womit du dich wirklich abhebst, ist das Spezifische – das, was nur bei euch so ist.
Deinen Führungskräften fehlt Orientierung.
Und noch etwas, das häufig übersehen wird: Deine Employer Brand ist für Führungskräfte ein tägliches Werkzeug. Sie gibt Orientierung im Umgang mit Teams, bei Entscheidungen und in der Kommunikation. Je klarer die Brand, desto leichter fällt konsistentes Leadership.
Eine Employer Brand, die vor drei Jahren entwickelt wurde, ohne die Strategie zu kennen, die du heute verfolgst, ist wie eine alte Landkarte. Nützlich? Vielleicht. Zuverlässig? Nicht wirklich. Barbara Moser, Kulturmacherin
Was macht eine „starke" Employer Brand aus?
Hier kommt der entscheidende Schritt: Beim Nachschärfen geht es nicht darum, deine Kommunikation zu polieren. Es geht darum, dein Unternehmen klar zu positionieren - ehrlich, mutig und zukunftsweisend.
Eine starke Positionierung bildet drei Dinge ab:
Das, was heute wirklich da ist. Nicht was du dir wünschst, sondern was tatsächlich gelebt wird. Die Unternehmenskultur, wie sie heute im Alltag stattfindet .
Das, was du willst – deine Strategie. Wohin entwickelt sich dein Unternehmen? Welche Menschen brauchst du dafür? Deine Employer Brand soll auch für die Zukunft rekrutieren, nicht nur für die Gegenwart.
Das, was nicht jedem gefällt, aber bei euch wichtig ist. Und das ist der Gamechanger. Gefällig war gestern. Eine Employer Brand, die niemanden abschreckt, zieht auch niemanden an.
Klingt riskant? Ist es nicht. Es ist das Klügste, was du tun kannst. Denn wenn deine Employer Brand auch kommuniziert, wie es bei euch nicht ist – wenn sie Erwartungen klar formuliert, wenn sie benennt, was passt und was nicht zu euch passt – dann passiert etwas Bemerkenswertes: Bewerber:innen sortieren sich selbst. HR hat weniger Aufwand und die (Früh-)Fluktuation sinkt.
Das Prinzip der selbstregulierenden Bewerbung
Wer in deinen Stellenanzeigen und auf deiner Karriereseite liest, wofür dein Unternehmen wirklich als Arbeitgeber steht, der/die entscheidet vor dem ersten Gespräch, ob dies als passend empfunden wird. Gute Passung zieht an. Geringe Passung filtert.
Das ist kein Zufall, das ist Strategie. Und damit arbeitet deine Employer Brand für dich und die Unternehmenskultur, die du brauchst.

Warum es sich lohnt, die Employer Brand zu schärfen
Die Konsequenzen einer starken Employer Brand sind messbar:
Höhere Bewerbungsqualität: Wer sich bewirbt, hat sich bereits mit euch auseinandergesetzt. Der Fit ist von Anfang an besser und das spart Zeit auf beiden Seiten.
Weniger (Früh-)fluktuation: Wenn Menschen wissen, worauf sie sich einlassen, gibt es weniger Überraschungen und Abgänge. Im Schnitt kostet eine Fehlbesetzung ein halbes bis eineinhalb Jahresgehälter.
Stärkeres Teamgefüge & besseres Betriebsergebnis: Wer wirklich passt, wird schneller Teil des Teams. Weniger Reibung, mehr Produktivität, stärkere Identifikation wirken positiv auf das Betriebsergebnis.
Klarheit nach innen und für die Zukunft: Ein bewußtes Arbeitgeberversprechen gibt der bestehenden Belegschaft Orientierung und zieht künftig genau jene an, die zur Strategie von morgen passen.
Du hast schon eine Employer Brand? Perfekt, dann hast du einen Vorsprung
Das war ein kluger Schritt und eine wertvolle Basis, selbst wenn die Brand heute nicht mehr ganz das leistet, was du brauchst.
Schärfen ist kein Neustart. Es ist der logische nächste Schritt. Du weißt bereits, was Employer Branding bedeutet. Du hast Erfahrungen gemacht. Du kennst dein Unternehmen. Das ist ein exzellenter Ausgangspunkt.
Jetzt geht es darum: Das Starke stärker machen, Strategie reinbringen und mutig genug zu sein, eine Aussage zu treffen, die dich wirklich von anderen unterscheidet. So ziehst du Passende an und so kannst du Unternehmenskultur bewußt gestalten, dh Kulturwandel anstoßen.
Die besten Employer Brands Österreichs sind nicht die lautesten. Sondern jene, die den Unternehmen wirklich dienen und sie effizient machen. Jasmin Leiner, Leadermacherin
Wie geht das konkret?
Beim Schärfen der Employer Brand gehen wir gemeinsam in drei Schritten vor:
Analyse: Wir schauen uns an, was deine Employer Brand verspricht, wie nah das an der gelebten Realität und an der künftigen Strategie ist.
Schärfung: Wir identifizieren, was wirklich stark ist, was zukunftsweisend ist und was polarisieren darf. Dann formulieren wir eine Positionierung, die exakt das abbildet, was dich als Arbeitgeber auszeichnet.
Verankerung: Das beste Arbeitgeberversprechen ist wertlos, wenn es nicht gelebt wird. Wir unterstützen dich dabei, die geschärfte Brand bei deinen Mitarbeitenden spürbar zu machen. Denn wenn Leadership und Teams die Inhalte täglich leben, kann Employer Brand entstehen.
Schauen wir gemeinsam drauf, was du bereits hast
Ich lade dich ganz unverbindlich ein: Lass uns deine bestehende Employer Brand anhand unseres EVP-Canvas durchleuchten. Was funktioniert schon gut? Wo liegt ungenutztes Potenzial? Und womit könntest du dich von anderen Arbeitgebern unterscheiden?
Kein Sales-Gespräch. Kein Blatt vor den Mund. Nur ein ehrlicher, neugieriger Blick auf das, was du schon hast und was noch möglich ist.



